RTF-/PDF verlangen

Verlangen Sie RTF- oder PDF-Dateien!

Nein, weder PDF- noch RTF-Dateien sind garantiert virenfrei. Mehr zu den Umständen, unter denen RTF-Dateien Makroviren enthalten können, lesen Sie im Kapitel 9.2.4. Aber trotz allem sind RTF-Dateien deutlich seltener infiziert als DOC-Dateien. Ein guter Grund, dieses Format von Freunden und Geschäftspartnern zu fordern.

Wenn es nur darum geht, ein Dokument zur Ansicht und nicht zur Bearbeitung zu verschicken, sind PDF-Dateien noch empfehlenswerter. Auch sie können im Prinzip Viren enthalten, wie Peachy (Kapitel 8.8.5) gezeigt hat. Doch diese Art Bedrohung ist eher theoretisch.

Der Nachteil der Ersatzdateien für das DOC-Format: Sie sind meist größer als die Originaldateien (manchmal aber sogar kleiner!) und müssen extra gespeichert oder erzeugt werden. Gerade PDF-Dateien kann nicht jeder herstellen, weil dazu eigene Programme wie Adobe Acrobat nötig sind.

Dafür haben in punkto Datenschutz PDF- und (nicht im gleichen Umfang) RTF-Dateien noch einen Vorteil gegenüber DOC-Dateien: Der Empfänger einer Word- DOC-Datei kann dem Dokument eine Menge Informationen über die Bearbeitungshistorie, die Organisation des Rechners, auf dem es erstellt wurde und vielleicht sogar frühere Versionen entnehmen, falls nämlich die Option „Schnellspeicherung zulassen“ aktiviert war (c’t 3/2002, S. 172ff). Mit dem Speichern im RTF-Format streifen Sie nur einen Teil dieser Informationen ab, mit PDF alle.

Schon um nicht unabsichtlich vertrauliche Daten weiterzugeben sollten Sie selbst mit gutem Beispiel vorangehen, indem Sie nur RTF- oder PDF-Dateien verschicken. Damit schieben Sie Makroviren einen Riegel vor und ersparen sich eine Menge Scherereien für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie sich trotz aller Sicherheitsvorkehrungen selbst einen Makrovirus einfangen.

Weitere Informationen in Kapitel 9.2.4 im Abschnitt “Makroviren igeln sich ein” ab Seite 621.

Dr. Karlhorst Klotz - Buchautor - Fachjournalist - Redaktionsbüro - Kontakt